Polarlicht

Erste Berichte und Mythen

Lange bevor das Polarlicht wissenschaftlich erklärt werden konnte, hatten die Menschen eigene Ideen, was der Grund für die befremdlichen Erscheinungen am Nachthimmel sein mochte.

Im Altertum gab es eine Auroraerscheinung, die bis nach Mittelitalien zu sehen war und einem großen Brand glich, so daß der Kaiser Feuerlöschzüge losschickte, um die Stadt vor dem vermeindlichen Inferno zu retten.
Da sie in Mitteleuropa selten zu sehen waren und alles Fremde erst einmal bedrohlich wirkte, wurden die Polarlichterscheinungen hier im Mittelalter als Boten übler Kräfte angesehen: man brachte sie mit dem Jüngsten Gericht und - vielleicht wegen ihres rötlichen und grünlichen Flackerns - der Hölle in Verbindung.

Rote AuroraIn den skandinavischen Ländern, wo diese Erscheinungen zumindest in den Wintermonaten alltäglich sind, wurden sie weniger gefürchtet, sondern boten Platz für positive Spekulationen. So war es verbreitet, die Lichtschleier der Aurora borealis mit tanzenden Frauen zu assozieren.
Die Indianer in Nordamerika hielten es zum Beispiel für das Treffen von Medizinmännern, oder für Ahnen, die versuchen Kontakt aufzunehmen. Noch heute glauben die Cree-Indianer in Saskatchewan, dass rotes Polarlicht für Krankheit und Unheil steht.

Über das südliche Polarlicht gibt es kaum Mythen, da es außer auf der Südinsel Neuseelands sehr selten zu beobachten ist. Die Maoris glauben, dass es die Ahnen einer Gruppe sind, die vor langer Zeit in die Antarktis ausgewandert sind.